Gutes vom Krankenbett, Einstein trifft Dreistein, endlich Sonne, eine böse Nasen- Verletzung und Venedig halt!

Natürlich war der Aufenthalt im Allgäu nur als Kurzbesuch geplant und um unsere Wählerstimmen abzugeben und die Briefwahlunterlagen abzusenden. Dass es etwas länger wurde, weil wir hier und dort in die Klinik fuhren, ergab sich dann so. War aber letztlich auch nicht eben ein Problem, denn immerhin regnete es ja auch bloß in den fünf Tagen… und ein gutes und gesundes Ende nahm die Sache auch.

Wir starteten mittwochs wieder, der Besuch in Kundl/ Österreich stand an. Erst einmal folgte aber eine böse Überraschung, denn unser bei Hymer in 4:15 Std. „repariertes“ Scheiß- Gerät von einem Autoradiocomputer (die Schweizer Marke „Zenec“ ist das, für alle ein Tipp: kauft ein Auto nicht, wenn sowas eingebaut ist!) zeigte nach den fünf Standtagen die gleichen „Defekt“- Phänomene wie vor dem Werkstattaufenthalt. Da fällst du einfach ab von Glauben! Und mein email dorthin willst du auch nicht lesen!

Gasflaschen tauschen, einkaufen. Dann erfuhren wir, dass wir den Besuch in Kundl wegen dortiger Krankheit canceln müssen. Sehr schade, aber verständlich. So stoppten wir auf einen Kurztreff bei den Bischweierern, die zu der Zeit dort urlaubten, in Zöblen, von wo aus es immerhin zu einer Wanderung (das ist ja immer zügig geplant bei uns…) zum „Höfer See“, einem idyllischen Plätzchen in Halbhöhenlage, sowie zu einer zum malerisch gelegenen „Vilsalpsee“ bei Tannheim langte. Sehr witzig war, dass auch Andrea aus Rutesheim ad hoc noch hinzustieß.

Oben: Tannheims Hausberg "Einstein", unten: "Dreistein"

 








Am "Vilsalpsee"



Weiter gings und die Planung sagte außer „nach Süden“ erst einmal nichts. Wir stoppten nahe des Brenners in Trins, wo es einen überraschend tollen Stellplatz gibt. Das ist deshalb zu erwähnen, weil unsere lieben Nachbarn aus der Alpenrepublik wo immer es geht versuchen, alle Wohnmobilisten auf einen absolut teuren Campingplatz zu zwingen und schlicht nirgendwo herkömmliche Stellplätze bauen oder das übernachten auf vorhandenen zulassen. Somit hat sich das für mich als Reiseland erst einmal erledigt; da gibt es noch reichlich anderes…




Andrea traf kurz nach uns ein und wir hatten einen zwar recht kalten, aber sehr vergnüglichen Abend und Vormittag.


Sie blieb noch, wir brachen auf. In Ala bei Avio, schon tief im Trentino, stoppten wir für die Nacht; auch hier oben sind die Stellplätze eher rar. Dieser war – direkt an den Weinreben – durchaus schön, aber er war auch in „italienischer Hand“, was immer man sich darunter vorstellen mag… und eben recht laut, schließlich führt eine Straße direkt daneben vorbei, und die Brennerautobahn hört man natürlich ebenfalls.

 


Auf dem Weg nach Ala, schon nach Trient, und auf dem Platz dort


Am Samstag brachen wir auf und erreichten Verona, wo wir in erster Linie aus Sicherheitsgründen einen Stellplatz noch am Vorabend telefonisch reserviert hatten. Es gibt zwar einen wenig schönen und sehr lauten Platz im Zentrum, aber es heißt auch (von allen Seiten), dass sie dir quasi die Fahrräder vom Radträger klauen, sowie du nur dein Fahrzeug abgeschlossen hast… was jetzt bei unseren „Hightech- Maschinen“ gar nicht so schlimm wäre (meines stiehlt ohnehin höchstens ein komplett Blinder, der keinerlei Rad- Ambitionen hat), aber es wird eben auch sehr viel eingebrochen. Also, das musste nicht sein.

 


Per Bus (acht Kilometer einfache Strecke ins Zentrum, hin und zurück pP 2,60 Euro – hallo Deutschland!) erreichten wir bereits eine Stunde nach Ankunft am Stellplatz die City. Klar durchpflügten wir ich denke alles und latschten gute zehn Kilometer auf den Tacho, nahmen (trotz Aufzug…) die Stufen zum höchst gelegenen Punkt der Stadt und verzichteten bloß auf den „Romeo & Julia“- Balkon, vor dem sich stets lange Warteschlangen bilden. Es war ja auch noch Samstag und eh sehr viel los im Innenstadtbereich. Fakt ist aber, dass uns die Stadt sehr, sehr gut gefiel und wirklich Flair hat! Fast 100 Fotos mit der Kamera (nicht viel weniger per Handy) zeugen auch davon.

Verona - wirklich wunderschön

 












Allerdings – und beinahe absehbar – verletzte ich mich doch schwer an der Nase. Und das ist nicht nur logisch, sondern geschah so: die Straßen in der Stadt sind eher eng. In jedem zweiten Gebäude befindet sich ein Lokal. Und die Düfte, die dort herausströmten, die ließen meine Nasenflügel zuerst sich erweitern, dann anschwellen und schließlich platzen. Aus meiner Sicht ist das unmenschlich!

Wie gut, dass es abends Pasta mit Baby- Calamaris gab, und zwar satt!

 

Duschen und frühstücken, ein wenig Gymnastik für manche aus der Reisegruppe, dann verließen wir Verona und machten uns auf nach Venedig.

Das Wuschele war als Kind dort, ich noch gar nie! Wir waren beide gespannt.

Wir erreichten die Lagunenstadt, genauer den ausgesuchten Stellplatz gegen 14.30 Uhr, allerdings nur, um zwei Negativerlebnisse einzufahren. Das erste war, dass die Rezeption erst um 15 Uhr geöffnet wird (in Italien…) und die Schranke geschlossen war; wir standen als fünftes Fahrzeug, drinnen gab es, so die Späherin der Reisegruppe, noch etwa zwölf freie Plätze.

Gegen 15.15 Uhr erschien „die Rezeption“, jedoch nur um zu erklären, dass alle, die keine Reservierung haben, bis 17 oder 18 Uhr warten müssten, draußen natürlich, und dann eventuell noch einen Platz erhalten. Drei Minuten später waren wir schon zwei Kilometer weit weg! Wir fanden einen wirklich empfehlenswerten Platz, zwar weiter von Venedig Zentrum entfernt, aber nur ein paar Schritte zum Bahnhof, statt eben den Kilometer zum Bus.

Morgens nahmen wir also den Zug, und nach zwölf Fahrminuten standen wir mittendrin in Venedig. Natürlich schieden Taxen (also Wassertaxen) oder Wasserbusse als Transportmittel in der Stadt aus (ich war ja nicht alleine unterwegs!), und so kamen am Ende 15 Fußkilometer Stadtbesichtigung auf den Tacho. Manchmal denke ich, dass das irgendwie allen in der Reisegruppe zu schaffen macht, sagte doch Miss Latsch unterwegs: "Ja, das ist echt 'sissy und fiss'- Arbeit"... Aber, das muss man sagen, auch wenn wir diesmal bloß einen ersten Eindruck von der Stadt gewinnen wollten und konnten, das lohnt sich durchaus! Eine sehr schöne, sehenswerte Stadt. Und dass täglich, so „google“, 90000 Besucher hineinströmen, haben wir an diesem Montag zumindest gar nicht bemerkt, es war eher ruhig.

Venedig! Da muss man mehr nicht sagen















Wir überlegten, wo wir essen, aber unser Stellplatzbetreiber, ein sehr kompetenter und freundlicher, hatte uns „Da Ghiottoni“ ans Herz gelegt, und also gingen wir dorthin. Gar kein Fehler! Jämmerlich vollgemampft schafften wir es dann eben noch so zum WoMo und platschten geradewegs in unsere Gartenstühle…

Aber nur, um an diesem Reiseblogbeitrag weiterzuarbeiten; und ich darf sagen, dass das richtig Arbeit ist, die Fotos auszusuchen: einerseits soll sich der, der schonmal dort war, nicht langweilen, andererseits soll aber auch niemand sagen, er braucht dort jetzt nicht mehr hin…

Wie auch immer, wir ziehen weiter, erstmal südlich die Adria entlang.

Allen, die Geburtstag hatten, nochmals Glückwünsche von uns, bleibt gesund und genießt den wohl kurzen Sommer. Wir bleiben in Verbindung, jedenfalls auf diesem Kanal, bis bald also ganz herzliche Grüße von

 

Wuschele „EinenFernwanderwegindemSinnegibtshiernicht?“ &

 

                                               Tommy „Manissthierüberallsehrgut“

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