Ruhetage, geothermische Wanderung, interessante Leute, ab nach Elba, eine echte WM und wunderbare Tage auf der Insel

Pomarance, eine unbedeutende kleine Ortschaft im Hinterland, aber mit wirklich sehr gutem, neuen Stellplatz ausgestattet, wurde unser Ziel am Freitagmittag, von Volterra kommend, um ein wenig auszuspannen. Eine gute Wahl, denn es war tatsächlich nichts los. So gönnte ich mir eineinhalb Tage Nichtstun (außer grillen abends), und das Wuschele pflegte ihren ziemlich schlimm gewordenen Schnupfen und begann sicherheitshalber (sie ist da ein wenig empfindlich für die Nebenhöhlen…) eine auf sieben Tage geplante Antibiotika- Kur.

 






Die Kühltruhe im WoMo sollte ja auf Elba wie der ganze Kühlschrank ausgeschaltet werden, und so planten wir ein bisschen. Aber das war echt unproblematisch, der erste Teil briet schon Freitagabend zusammen mit den köstlichem Lammkoteletts auf dem Grill.

Bewölkung zog auf, allerdings sah es zunächst nicht nach Regen aus, so dass sich die Wandersfrau doch aufmachte, als die Nase dann nicht mehr tropfte. Mich ließ sie in meiner entspannten Bewegungslosigkeit am WoMo… ganz nebenbei war ja auch noch Liga am Samstagnachmittag.

Es regnete nicht, und wir konnten einerseits das Entrecote vom Grill genießen und andererseits noch recht lange draußen sitzen.

 

Bevor wir nach Ent- und Versorgung des WoMos in das geothermische Gebiet um Sasso Pisano aufbrachen, fuhren wir nochmals ein paar Kilometer zurück und dann in das winzige Dorf Montegemoli. Dort, wo schon Dante fünf Lebensjahre verbrachte und es Leonardo da Vinci gut gefiel, machten wir einen zehnminütigen Stadtrundgang. Zehn Minuten deshalb, weil wir dann durch waren! Es sind dreißig Häuser. Mein Urteil lautete: nett, aber nicht zwingend, zumal die dortige berühmte Bäckerei sonntags nicht offen hat…

Auf dem Weg begann es zu regnen. Das war nicht überraschend, die Vorhersagen lauteten entsprechend. Und schließlich trafen wir ja auch in Sasso „Pisano“ ein, da muss es ja… Das Wuschel, deren Schnupfen etwas besser wurde, machte sich trotzdem auf eine Wanderung und sie hatte Glück, es wurde immer besser. Die eigentlich vorgesehene Tour verschoben wir auf den nächsten Morgen.

 

Tatsächlich brachte der Abend etwas Regen, aber am Folgetag war das Wetter supergut. Wir machten uns nach dem Frühstück auf und brachten bergauf- bergab rund zehn Kilometer durch das interessante geothermische Gebiet mit dem Schwefellöchern auf den Tacho. Gut, dass wir die Stöcke dabei hatten.

 

 






Als wir lange fertig und bereits am Essen vorbereiten waren, fuhren zwei Deutsche auf den Platz, Rheinländer, Doreen und Henning. Und – das muss man sagen – das sind zwei wirklich Welt offene, freundliche, sympathische Leute, die wissen, dass sie gerne reisen – und das dann auch tun. Logisch, dass wir uns gleich mehrfach am Abend verquatschen. Und als er dann von einer grünen, mächtigen Schlange erzählt, die sie (auf der gleichen Strecke auf der wir ein paar Stunden zuvor waren) gesehen hatten, da verschlug es mir die Sprache, suchen wir doch fieberhaft welche und finden einfach keine…

 

Am Morgen des Dienstags verabschiedeten wir uns. Ihre Reise führte erst einmal in Richtung Siena, wir haben beschlossen, jetzt schon und somit einen Tag eher auf Elba überzusetzen. In Follonica kauften wir mächtig ein, um auf der Insel nicht so oft fahren zu müssen. Dann erreichten wir Piombino, das Wuschel konnte noch ein last- minute- ticket ergattern und auf einer halb vollen Fähre setzen wir quasi nahtlos fort und auf Elba über.

 


Zuerst schauten wir uns das Hafenstädtchen Portoferreia an, und das gefiel uns schonmal recht gut. Die danach folgende Fahrt südlich bis Capoliveri, unserem Zielort für die kommenden elf Tage, dauerte keine halbe Stunde. Auf einem der zahlreichen und jetzt praktisch verwaisten öffentlichen Parkplatz stellten wir ab. In der City fanden wir natürlich ein Lokal, aber wir waren doch überrascht, wie viele Menschen hier sind, quasi außerhalb der Saison. Dieses Rätsel löste sich, denn für das Wochenende war die Weltmeisterschaft im Marathon der Mountainbiker angesagt, Ausrichter Capoliveri; alles klar also.


Wir schliefen ruhig, ein paar andere Wohnmobilisten hatten sich noch auf den Platz gestellt. Dann fuhren wir zu unserem Quartier und konnten tatsächlich und etwas überraschend deutlich früher einchecken als geplant. Tina und Jürgen trafen am frühen Nachmittag ein, und abends aßen wir bereits zusammen Pasta. Auf der Anlage, die wirklich wunderbar liegt, ließ sich das aushalten, die Sicht vom Pool aus durfte man als überdurchschnittlich bezeichnen und hinab zum Strand gelangte man in zehn Fußminuten.











Einem Wunder gleich kam es für mich, dass ich (zumindest bis drei Tage danach) nach einem zweistündigen Tennismatch mit Jürgen keine größeren Probleme mit meinen beschädigten Halswirbeln bekam. Sonst tat (nach genau zehn Jahren ohne jeden Schläger in der Hand!) natürlich irgendwie alles weh…

 

Samstags, die Straßen im und um den Ort waren nahezu komplett gesperrt, schlenderten wir ein wenig durch Capoliveri, waren aber rechtzeitig in der ersten Reihe im Zielraum, um die Damen und etwas später die Herren nach ihren außergewöhnlichen Leistungen auf der Höllenstrecke (wir konnten es auf Live- Bildern verfolgen) ins Ziel radeln zu sehen. Als sogar ein Landsmann Weltmeister wurde, feierten wir bei der Siegerehrung später einfach mit, ebenfalls in der vordersten Reihe.

  











Als Gaby und Franz eintrafen, waren wir komplett. Bei uns gab es von der Aufteilung her den meisten Platz für alle, also verlagerten wir ein paar Tische und Stühle entsprechend, und natürlich wurde der erste gleich ein lustiger Abend.

 

Stunden am Pool, auf dem Tenniscourt, in den kleinen Städtchen folgten, Wanderungen, Kneipenbesuche, wir grillten mächtige Florentinersteaks und mehr, schließlich folgte am Dienstag der Wochenhöhepunkt und wir feierten den runden Geburtstag von Tina von morgens bis abends ausgiebig. Auf der Frühstücksterrasse, in Porto Ferreio, danach in Capoliveri, dann im „La Trappola“ zum gelungenen Abendseesen und letztlich auf der Terrasse, wo der Abend „musikalisch“ und feucht- fröhlich ausklang.











Die Zeit auf der schönen Insel verging wie im Fluge, wir wanderten gemeinsam, zum Beispiel zu der Kapelle, in der sich seinerzeit Napoleon mit seiner Geliebten heimlich getroffen hat, spielten Tennis und Krimidinner (sehr lustig!), schwammen im Pool und wir ließen es uns mit Wein, Grillzeugs oder im Ristorante wirklich gut gehen.












Aber klar, wie alles hatte auch dies ein Ende, und am Samstagfrüh packten wir alle zusammen und zogen weiter. Jeder hatte eine andere Fähre, so verabschiedeten wir uns schon im Ressort „Le Grazie“.

Während das Wuschele und ich jetzt in Porto Ferreio auf die Fähre für uns warten, wird dieser Blogbeitrag fertig.

Wir melden uns wieder und wünschen allen, dass es bestens geht und der Winter noch nicht komplett Einzug hält!

Herzliche Grüße,

 

 

Marion „Sind-tolle-Wanderstrecken-hier!“ &

 

               Tommy „Lässt-sich-gut-aushalten-hier!“

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