Feiern, doofe Stadt, tolle Stadt, „Mistverständnis“, gelungene Überraschung, Hammer- rainbow, auf Jugendspuren und Fluchtvorbereitungen


Sorry, keine Zeit, kein Netz oder beides nicht verhinderten eine frühere Meldung unsererseits auf diesem Kanal! Dafür jetzt ausführlich und mit einigen Fotos.

Also beendeten wir diesen Abschnitt in Schirnding. Mit Rosé für den einen und Trockenbeerenauslese für die andere.

Während die Wandersfrau jetzt insgesamt, also seit Beginn an der luxemburgischen Grenze, 950 Kilometer in 45 Tagesetappen unterwegs war, fuhr ich im Zusammenhang mit der Wanderung 1143 Kilometer. 1434 Kilometer kamen sonst wie hinzu, durch die Unterbrechung, durch ein paar Besuchsfahrten und durch die Reise zur Impfung und zurück zum Beispiel.

 

Wir fuhren über Weiden in der Oberpfalz bis nach Regensburg. Ein sehr schwaches Bild liefert diese Stadt ab, denn es gibt tatsächlich keinen, nicht einen Stellplatz für Wohnmobile. Zwar gibt es Parkplätze, meist mit Schildern „nur für Pkw“, oder solche, wo du mit WoMo keinen Platz finden kannst. Und dann, wenn zufällig was zu finden ist, vertreibt einen womöglich die Polizei, jedenfalls ist das schon passiert.  Elf Kilometer zu Fuß standen am Ende, als wir aus der Stadt wieder am WoMo waren. Wir stellten uns für die Nacht an der Donau in eine normale Wohnstraße…

Regensburg: brauchbare Stadt ohne Herz für Wohnmobilisten

 

 

 






Unterwegs wollte ich einen „Landvergnügen“- Platz anrufen für die kommenden Tage; das Wuschele diktierte mir die Telefonnummer.

Ich: „Hallo, wir kommen mit Landvergnügen und ich wollte fragen, ob wir am Freitag einen Platz haben können?“

GGü: „Wann wollen Sie kommen?“

Ich:    „Am Freitag.“

GGü: „Gut. Wieviel Personen?“

Ich:    „Zwei.“

GGü: „Ja, geht. Wieviel Uhr?“

Ich:   „Ich denke, dass wir so um 14 bis 14.30 Uhr ankommen.“

GGü: „Nach 14 Uhr ist schlecht, da gibt es nichts mehr.“

Ich:   „Ähm, okay. Moment. – Und ab wann danach können wir wieder anfahren?“

GGü: „Wir öffnen um 17.30 Uhr wieder…“

 

Ich fragte schließlich, wo ich denn gelandet bin. Das Wuschele hatte mir versehentlich die Telefonnummer vom Asia- Restaurant gegeben, wo wir zwei Tage vorher reserviert hatten…

Abends ging die „Zielankunftsfeier“ weiter, denn wir hatten einen Tisch im sehr empfehlenswerten „Shangri La“ reserviert. Wir konnten uns tatsächlich nicht erinnern, wann wir letztmals bei einem „All-you-can-eat“- Asiaten waren.  Egal, wir haben es sehr genossen (wie man an meinem „Neungang- Menü“ erkennen konnte…).



Aber was uns echt sauer aufstieß: im ach so vorbildhaften Söderfreistaat konnte (bei einer Inzidenz von 34) jedermann ins Lokal, ohne Check auf Impfung oder Test, nur musste man eben eine Maske tragen auf dem Weg zum Buffet. Hauptsache also, man tut so, als ob man die Sache ernst nimmt…

 

Wir schliefen gut und ruhig. Trotzdem ärgerten wir uns immer noch über die fehlenden Angebote.

Nach rund 100 Kilometern erreichen wir nach gemütlicher Fahrt und einer einstündigen Pilzsammelpause unterwegs – mit mäßigem Ergebnis, da zu trocken – Neuburg an der Donau. Der ausgesuchte Stellplatz am „Arcoschlösschen“ ist ein Parkplatz vor einem so genannten Restaurant. Voll der Flop und zügig waren wir wieder weg.

An der Donau hat die Stadt einen super Platz für WoMos eingerichtet. Alles vorhanden und außer für Frischwasser keinerlei Kosten! Die Kleinstadt mit Schloss und wunderschönen Gebäuden gefiel uns wirklich! Auch wenn es natürlich zahlreiche Kirchen sind, trotzdem, wir haben selten eine so schöne Kleinstadt gesehen. Zudem merkten wir null und nix von Ferien.

Neuburg an der Donau: sehenswerte Stadt mit super Stellplatz

 

 








Dafür vergriffen wir uns ein wenig in der Restaurantwahl. Der Italiener bot ein ganz schlechtes Bruschetta, das er später immerhin auch nicht berechnete, ein bissi zu lange gekochte Spaghetti, wenigstens einen akzeptabel guten Salat und durchschnittliche Calamare alla grilia. Naja, bald kochen wir wieder selber. Aber bei „trip advisor“ kann er nicht mit Bestnoten rechnen…

 

Der Freitag begann mit Einkaufs- und Tanktour, allerdings erst gegen elf Uhr. Gut 100 Kilometer fuhren wir recht gemütlich an der Donau entlang und bogen irgendwann ab in Richtung Westen und Schwäbische Alb. Unser „Landvergnügen“- Ziel war ein Schäfereibetrieb in Heroldstatt, und kaum dass wir standen deckten wir uns auch bereits ein mit den Würsten aus Lammfleisch, die es dort gibt. Nur das so empfohlene Lammgulasch war gerade nicht vorhanden, sehr schade, davon wollten wir dringend mitnehmen.

Dafür hatten wir wunderschönes Wetter, sowohl während der Fahrt wie dort; jedenfalls bis die Sonne unterging, dann merkten wir, dass wir doch auf über 800 Meter Höhe stehen. Aber drinnen ließ es sich ebenfalls aushalten.




Ein echter Sommertag wurde der Samstag! Klar, dass wir vor dem Überraschungsbesuch auf der Geburtstagsfeier meiner Mutter beim Neffen und seiner Frau noch eine Wanderung einbauten. Diese führte uns von nahe der Nebelhöhle zum Märchenschloss „Lichtenstein“, welches mir noch „wie gestern“ in Erinnerung war – befand ich mich doch mal während der Grundschule mit einem Schulausflug dort…

 

Die Wanderrunde dauerte acht Kilometer und zweieinhalb Stunden mit Fotopausen. Das Schloss war natürlich ziemlich gut besucht und die Warteschlange an der Kasse hielt und sofort davon ab, auch hinein zu gehen.

Davon abgesehen war es inzwischen auch knapp vom Zeitplan her. Nach einer Dusche erreichten wir schließlich die Terrasse bei Friedi und David, und unser Überraschungsbesuch gelang durchaus. Dann wurde es ein sehr angenehmer Geburtstagsnachmittag und -abend. Wobei sich die letzten – also wir – gegen halb zwei Richtung Wohnmobil verabschiedeten.

 

 

 

Natürlich – es scheint ein Gesetz zu geben, dass dies so sein muss - meldete sich um halb vier Uhr morgens der Kühlschrank, dass jetzt die Gasflasche leer sei ging und gewechselt werden muss! Wir standen aber so, dass die Tür zum Gasflaschenraum gar nicht zu öffnen war… also standen wir um sieben Uhr kurz auf, fuhren vier Kilometer zum nächstgelegenen Parkplatz, wechselten und schliefen nochmals ein Weilchen. Es regnete wie angekündigt in der Nacht, allerdings bei Weitem nicht so heftig, wie vorhergesagt…

 

Der Sonntag begann Wolken verhangen, und daran änderte sich bei ein wenig Regen ab und zu nichts mehr. Ziel des Tages war Eglingen, und inzwischen befand ich mich endgültig auf Spuren meiner Jugend. Denn im dortigen „Adler“, den es noch immer mit derselben Inneneinrichtung und demselben Wildgerichte- Essen dort gibt (auch mit den gleichen Betreibern…) stoppten wir mit den Eltern früher regelmäßig auf dem Nachhauseweg von Angelausflügen oder -urlauben in Obermarchtal. Ich war zuletzt vor etwa 50 Jahren dort…


Miss Latsch musste natürlich sofort rund um die Ortschaft wandern. Ich nicht. Ich bereitete mich auf das Abendessen vor, und das war gut so, denn der Wildschweinbraten entsprach vollkommen meinen Erwartungen.

 




 

Der Hammer folgte aber erst nach dem Essen, denn der sowieso schon leicht regnerische Tag erreichte am frühen Abend mit etwas Regen, dann doch noch Sonnenstrahlen und einem daraus resultierenden total genialen Regenbogen seinen absoluten Höhepunkt!


 

Nach einem Einkauf im Hofladen verlagerten wir. Die Kurzplanung hatten wir bereits wieder umgeworfen und fuhren nach Zwiefalten. Dort durchwanderten wir über knapp drei Stunden das „Glastal“. Immerhin, es regnete nicht und die Tour war nicht übel.

 









Am Dienstag verlagerten wir einige Kilometer weiter nach Indelhausen (ganz bekannt!) im Lautertal, um eine gut dreistündige Wanderung beidseitig entlang der Lauter zu unternehmen. Bewölkt war es quasi durchgängig, aber wir wurden nicht nass. Der Stellplatz am Rathausplatz war ein ruhiger, zumindest als es Abend wurde.


In Indelhausen

 

Aber selbst wenn der Tag mit selbst gemachten gebratenen „Alb- Maultaschen“ endet: was ist das für ein Tag, an dem sie vermelden, dass Charlie Watts gestorben ist? Der Abend wurde eher traurig.

Am nächsten Tag nimmt die Wandersfrau meinen Hinweis, dass ich natürlich jetzt weniger Zeit (zB für die Bildbearbeitung) habe, wenn sie tagsüber nicht unterwegs ist, diesen Hinweis dankbar auf und schlägt sogleich vor, dass sie ja zum nächsten Ziel wandern könnte. Es sind ja wohl auch nur um die 18 Kilometer. Okay, verständlich, gestern hatten wir ja nicht einmal ganz 14 auf dem Tacho…

Und so machte sie sich also auf und wanderte die 18 Kilometerchen nach Obermarchtal. Ich fuhr, und schnell war mir der kleine Ort wieder vertraut. Als erstes zum Haus, in dem eine Freundin von damals lebte. Niemand war da, aber hier sind die Nachbarn noch auskunftsfreudig (und natürlich kenne ich auch die allerbesten „Vernehmungsmethoden“ …), und so erfuhr ich schon vieles und wusste, dass ich abends nochmals herkommen musste.

Obermarchtal - langjähriges Urlaubsziel


 

 

 

 

An diesem Wasserhahn habe ich vor mehr als 50 Jahren schon Wasser geholt...

 

 

Während ich schon die ersten Fotos schoss, bei übrigens mildem, sonnigem Wetter, traf die Sohlenkillerin ein. Ich zeigte ihr einige alte Schauplätze, musste hier und da lachen ob der fehlenden Veränderungen (so befindet sich noch immer derselbe Wasserhahn an einer Hauswand…), dann besichtigten wir die mächtige Klosteranlage und danach stellten wir uns auf den derzeit nicht benötigten, geräumigen „Lehrerparkplätzen“ für die Nacht.

Ich wagte noch einen Versuch am frühen Abend, erfuhr aber, dass meine ehemalige Freundin Rita derzeit nicht hierher zu ihrer Schwester kommt, da diese im Krankenhaus liegt und leider sehr krank ist. Interessant war, dass ich die „Ex“ in ihrer Nichte sehr gut erkennen konnte. Ich bin gespannt, ob jemals jemand bei mir anruft…

 

Erwartungsgemäß verschlechterte sich das Wetter. Als wir Bad Buchau erreichten, sahen wir nur noch Wolken. Immerhin regnete es die ganze Zeit über nur leicht und nur ab und zu. Der vom Waldläufer ausgesuchte Wanderweg über etwa neun Kilometer war wegen Hochwasser gesperrt. Und ich hatte mich so gefreut. Alternativ wanderten wir auf einem Steg im „Federsee“ gute eineinhalb Kilometer übers Moor und quasi auf den „Federsee“ hinaus, und wieder zurück.




Einkaufen war dann angesagt und zuletzt die Fahrt nach Bad Waldsee. Wir stellten uns mit einigen anderen auf den Platz direkt vor „Hymer“, damit auch um acht Uhr am Folgetag begonnen werden kann. Nebenbei kochte ich noch eine Hühnerbrühe für freitags, weil sich meine Schwester einen Magenvirus zugezogen hatte.

 

Pünktlich begannen sie am Freitagmorgen bei „Hymer“ damit, unser „Zenec“ zu checken. Und schon nach gut vier Stunden erhielten wir das WoMo zurück – mit dem Originalgerät. Es sei jetzt repariert, und zwar durch die Aufspielung der aktuellsten software, welche wir weiß der Herr weshalb nicht hatten… wenigstens eine Garantiesache!

 

Wir trafen am Nachmittag in Altusried ein, und dort verbringen wir das Wochenende. Briefwählen und ein bisschen Quatschen werden neben ein paar Mahlzeiten und der Suche nach der idealen und zügigsten Route in Richtung Süden und Sonne unsere Hauptbeschäftigung sein.

 

Wir melden uns bei Gelegenheit auf dieser Seite wieder, natürlich mit Fotos und dem ein oder anderen Erlebnis. Bis dahin wünschen wir allen alles Gute, bleibt gesund und trotzt dem Pseudo- Sommer, so gut es geht.

Herzliche Grüße,

 

Wuschele „DasistdochechtkeinSommerdieserScheiß“ &

 

                  Tommy „Selbstmichkotztdaslangsaman“

 

 

















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