Kurzbesuche, erstens, zweitens, Dèja- vu und ein Hatschi
Jaja. Klar war, dass wir auf Strecke noch ein paar Kurzbesuche einlegen, und das klappte auch ganz trefflich.
Klar war auch, dass wir dann in Richtung Süden drehen. Überraschender Weise wollte gerade das weibliche Mitglied der Reisegruppe unbedingt in den unmittelbaren Bereich vom Kloster „Andechs“ fahren. Okay, meinetwegen, ich bin ja gutmütig, auch wenn ich mir da nichts draus mache, also Bierproben oder so’n Zeugs.
Allerdings, wie so oft bei so vielen dieses Jahr, fiel auch dieser durchaus gut durchdachte Plan voll ins Gewässer! Soll heißen, erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt…
Denn
die Voraussagen für die letzte Juliwoche gerade für den Bereich südliches
Allgäu und Bayern rund um den Großraum München hörten sich nicht wirklich
prickelnd an. So reifte der Plan, nun doch wieder eher nördlich zu fahren und
einfach erst einmal mit der Wandertour weiter zu machen. Immerhin versprachen
die Wetterfrösche, dass auf der gedachten Linie Rüdesheim/ Rhein und Fulda
ganz akzeptables Wetter herrschen sollte, jedenfalls in den kommenden zwei
Wochen.
Also erreichten wir nach mühseliger Anfahrt (Straßen ohne jede Vorwarnung gesperrt, Fähren, die nicht verkehren und Stellplätze unterwegs, die kein Frischwasser hatten und auf die wir nicht fahren konnten…) am Montagabend eben jenen Stellplatz im Wald nahe Stephanshausen (das gehört grob zu Rüdesheim), von dem wir seinerzeit aufgebrochen sind, um heimzufahren.
Und
eigentlich ist das ja auch ein toller Übernachtungsplatz!
| Bei aller "Süße": leider konnte dieser "Besuch" wegen einiger Artgenossen (alle "verstorben" inzwischen) und deren unrühmlichem Verhalten vor einiger Zeit nicht sehr lange geduldet werden |
Die Wandersfrau hatte derweil andere Sorgen. Denn schon den ganzen Tag über kurbelte sie die Tempotaschentuchwirtschaft an wie verrückt, und eines der Nasenlöcher wollte und wollte sich nicht zum Atmen öffnen lassen! Von einem „Hatschi“ zum anderen erklärte sie dem bereits Wissenden, dass sie einen Schnupfen hat. Immerhin, es reichte, um zunächst eine Begrüßungsrunde zu wandern und natürlich auch, um am ersten Fortsetzungstag – wenn auch erst gegen halb zehn – loszuwandern, mit der Ortschaft Schlangenbad als Ziel der Etappe.
Von unterwegs, wo es während des Tages komplett trocken blieb (dass man das im Juli erwähnen muss!), meldete der Waldläufer die Sicht auf die Ruine „Mapper Schanze“ am „Rheingauer Gebück“. Zur Erklärung: das „Gebück“ war ehemals ein Natur- Schutzwall aus zusammen gewachsenen und sicherlich ein wenig geformten Buchenstämmen und -ästen. Schwer durchdringbar und irgendwie an Dornröschen erinnernd.
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| Das "Gebück" |
Unterwegs gabs aber durchaus auch schmucke Fotomotive, wenngleich es hier und dort ein bisschen „In die Weinberge fahren“ bedeutete…
| Grade, dass der Radweg nicht mehr überflutet ist am Rhein. Das ist grob im Bereich Rüdesheim |
Ich erreichte das Ziel Schlangenbad, tatsächlich ein zwar kleiner, aber feiner Kurort am Nachmittag, etwa eine Stunde vor der Wandersfrau. Das einzige Auto, das mir begegnete, besser kurzzeitig vor mir herfuhr, war ein alter „Rolls Royce“; er hielt am Tennisplatz…
Schlangenbad, für die Interessierten, heißt übrigens deshalb so, weil es klimatisch sehr verwöhnt ist und dort die sehr seltenen, aber überaus schönen „Aesculab- Nattern“ zwar sehr selten, aber noch vorkommen. Wir sahen leider keine einzige. Dafür war der Stellplatz oberhalb der Therme mitten im Wald sehr angenehm einsam und total ruhig.
Jetzt, am Mittwochvormittag, startete das Wuschele mit einigermaßen verbesserter Schnupfennase in Richtung des nächsten Zieles, das im Nirgendwo liegt. Für meine Tagesaufgaben werde ich aber eh Zeit benötigen. Denn im WoMo gibt es erhebliche Probleme mit dem USB- Stick am „Zenec“- Radiocomputer. Er will nämlich keines der gut 1300 Liedchen annehmen, funktioniert an sich gar nicht. Ausbauen und einschicken lassen können wir es nicht, denn es hängen ja auch Radio und Navi dran. Also heißt das viele Telefonate führen, noch mehr ärgern (logisch) und sicherlich ein wenig mit Terminen jonglieren. Dass es während der Tour repariert werden kann, scheint nach momentanem Stand unmöglich, aber ich habe noch eine Option, die ich versuche, am Donnerstag einzulösen. Es wird berichtet. Daneben wissen wir heute noch nicht, wo wir übernachten, wissen auch nicht, was wir essen – ich muss also einkaufen – und wenn ich dann unter der Brause stand haben wir auch kein Wasser mehr.
Wir „jammern“ natürlich auf hohem Niveau, ich weiß. In Wirklichkeit jammern wir ja auch nicht, ich berichte bloß. Auf diesem Kanal werden wir dies auch weiterhin in unregelmäßigem Abstand machen, und auch das ein oder andere Foto mitschicken.
Bleibt gesund, lasst Euch möglichst nicht stressen und findet jeden Tag soviel Sonne wie es geht.
Herzliche Grüße,
Marion „WanderngehtbeijedemWetter“ & Tommy „SoeinebekackteTrümmertechnik“



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