Besuch, gefährliches Gras, unzuverlässige Werkstatt und sch... Wetterumschwung

Tatsächlich erreichte uns unser Besuch Moni wie besprochen am Samstagnachmittag und wir blieben zusammen in Losheim am See. Der dortige Campingplatz – das macht dann halt doch vieles bequemer und einfacher für alle Beteiligten – wurde erst neu eröffnet, aber ich machte meinem Unmut doch schon beim check- in Luft, wurde meine entsprechende Frage doch mit „W-LAN kommt alles nach und nach“ beantwortet.

Dafür waren wir mehr oder weniger die ganze Zeit über allein, konnten uns den Stellplatz aussuchen und hatten komplette Ruhe, wobei ja immer noch EM ist!


 Die Wandersfrau ist aufgrund der doch kurzen Etappen (kaum über fünfeinhalb Stunden zur Zeit) nicht ausgelastet und braucht dringend noch gymnastische Bewegung vor dem Abendessen. Das erledigt sie draußen, in Mettlach gab es ein schmuckes Wieslein eben unserem Platz.

Aber: das Gras war ein tückisches! Denn schon am Folgetag erwachte sie mit hunderten (ich hab‘s gezählt, aber nur bis dreihundert) kleinen „Schnakenstichen“. Jucken und Kratzen war eins, über die Optik will ich hier nicht sprechen. Bloß, sie wusste nicht, woher die Stiche rührten; ich war frei von derlei Zeug! Dass ich eben der bravere aus der Reisegruppe sei, ließ sie nicht gelten und mir blieb nichts übrig, als alles nach Bettwanzen (die bösen USA- Erinnerungen eben...) abzusuchen. Natürlich – das war schließlich bereits an den Stichen zu sehen – fand ich keinerlei Belege. Unterwegs suchte sie aber eine Apotheke auf und erfuhr, dass derzeit im Saarland eine „Grasmilben“- Plage herrsche. Und siehe da, das war‘s! Von da ab hörten wir übrigens etwa alle zwei Stunden im Radio, wie viele Menschen, vor allem Kinder, es ebenso erwischt hat. Gesundheitlich ist das unbedenklich, juckt halt wie Sau und schaut schon sehr „gesprenkelt“ aus!

Juckt und freut den "Inhaber" gar nicht sehr...

Bei bis zu wunderbaren 34 Grad und Sonnenschein grillten wir allabendlich und ließen es uns durchaus gut gehen. Die Damen radelten einen Tag, während ich das WoMo „bewachte“.






Eine Etappe auf der Strecke, und zwar die „Losheim am See- Weiskirchen- Strecke“, brachte das Wuschele aber dann doch zustande und stellte fest, dass die (Frühlings-) Hexenröhrlinge schon wachsen – was für geniale Aussichten! 




Rückwärts wanderte sie die Etappe im Grenzgebiet zu Rheinland- Pfalz, damit wir auf dem Platz in Losheim bleiben konnten. Ich brachte sie zum Start in Weiskirchen. Denn ich war ohnehin auf dem Weg zu einem Fahrradhändler, um nach meinem defekten Hinterreifen schauen zu lassen. Mir war auch klar, dass die da jetzt nichts machen werden, so von „jetzt auf schnell“, schließlich muss man überall ewig auf einen Kundendiensttermin warten. Aber ich wollte es jedenfalls versucht haben :-) Doch was passiert? Diese völlig unzuverlässige Werkstatt sagt schon nach der ersten Äußerung über „Durchreise und so“, ich soll das Rad hereinbringen, sie reparieren es gleich… Naja, ich habe jetzt auch wieder ein funktionsfähiges…

Gemeinsam bewältigten wir am Dienstag die so gen. „Tafelrunde“, die uns bei leider doch durchwachsenem Wetter nach Scheiden, dem höchst gelegenen Dorf des Saarlandes führte. Ich war mir sicher, weil schon im Tal sehr seltsam geredet wird, dass wir mindestens ein bisher unbekanntes Bergvolk entdecken würden; sicher wegen des schlechten Wetters war dem jedoch nicht so.






Tatsächlich und nachdem es in der Nacht ein paar Gewitter gegeben hatte, schlug das Wetter um. Vor allem die Temperaturen fielen mal kurz von 33 auf 20 Grad.

Einen Hochzeitstag hatten wir zwischendrin auch zu feiern, und weil die Eingeborenen sowie das Touristenbüro unisono den gleichen Rat gaben, wurde es dann der „Hubertushof“.




 Es hätte auch das „Maison au lac“ gegeben, aber wir erfuhren: „Gähscha liewa in da Hubeddushof, unna werscha nedd sadd un is bloß midda Sohß uffm Dellarond geschriewa!“ Es war okay, gab mal wieder Weinbergschnecken (vorweg natürlich!) und war jedenfalls eine Abwechslung.

Nachdem unser Besuch wieder in Richtung Heimat musste, stand für den Waldläufer die Etappe „Weiskirchen- Grimburg“ an, erneut ein Streckenteil auf dem „Saar- Hunsrück- Steig“.

Die "Grimburg" samt "Hexenturm"

Unser Plan, dort zu übernachten, schlug mangels Parkmöglichkeit einerseits und wegen übermäßiger Steilheit andererseits fehl. Aber nicht allzu weit weg entdeckte ich einen wunderbar abseits gelegenen Wanderparkplatz im Grünen, der uns guten SAT- Empfang und eine total ruhige Nacht bescherte.


Der Morgen des Donnerstag startete mit Regen, und dieser pausierte kaum über den Tag. Die Wandersfrau gewandete sich entsprechend und machte sich bei nur noch knappen 20 Grad auf ihre Tagesetappe mit dem Ziel Hermeskeil. Für mich hingegen waren Einkaufslisten abzuarbeiten, der Tank rief „Hallo“ und ab und zu gibt’s ja auch noch Fotos auszuwählen und zu bearbeiten und diesen Blogbeitrag zu schreiben! Praktisch zeitgleich erreichten wir den ausgesuchten Übernachtungsplatz in Hermeskeil, jetzt Rheinland- Pfalz; Frau A. war in etwa gleich durchnässt wie ich, denn selbst ein kurzes Stück Weg auf dem Supermarktparkplatz geriet zum Planschbad…


Die weitere Planung sieht vor, nach Beendigung der Tagesetappe am Freitag, auf einen Kurzbesuch nach Mannheim zu fahren und am Samstagfrüh auf dem dortigen „Maimarktgelände“ meine zweite Impfung abzuholen. Danach geht es weiter zurück zum Ausgangspunkt für die folgenden Etappen in Richtung Osten. Wir melden uns bei Gelegenheit auf diesem Wege und wünschen allen Gesundheit und  dass sie in einer Regen freien Ecke sein können.

Herzliche Grüße,

 

Wuschel „die Sohle“ & „Rainman“ Tommy

 

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