Flamingo- Flop, Zufallsbesuch am Strand, San Marino und andere wunderbare Städte, Sch…Straßen, gute Tipps und Bisamratten

 

Wir verließen den wirklich lohnenswerten Platz am Rande Venedigs und machten uns auf in Richtung Adriaküste. Das so genannte „Klein- Venedig“ Chioggia hatten wir am Vorabend aus der Liste gestrichen; man wird niemals alles sehen! In Comacchio wollten wir die dort in einer der Lagunas zahlreich vorhandenen Flamingos besuchen. Völlig abseits von Touristen steuerten wir einen riesigen privaten Stellplatz an, und mit unserem standen dort bereits zwei…

Nun, der Chef des Platzes meinte, dass leider unlängst eine Brücke zusammengebrochen sei, deswegen müssten wir zu den Flamingos weit wandern. „Weit?“, fragten wir, und lächelten, als er meinte „Na, vielleicht drei Kilometer“. Wir gingen los.

 




Nun, die defekte Brücke ist das eine, dass der Stellplatzbesitzer nicht schätzen kann, das andere, denn es waren natürlich fast fünf Kilometer. Der Flop als solcher jedoch war, dass an diesem Dienstag schlichtweg „zu“ war! Das soll heißen, dass zwar Flamingos dort in der Lagune standen, viele sogar, aber ewig entfernt, und dass die lieben Italiener am einzigen Zugang ein Tor gebaut haben und man a) Eintritt bezahlen muss und - viel schlimmer! - b) nur an bestimmten Tagen offen ist. Was man sicher sagen darf ist, dass der Stellplatzbesitzer sowas wissen muss, denn die Flamingos sind das definitiv einzige, was einen Reisenden dazu treibt, hier Halt zu machen!

Nun, das muss man zugeben, der Sonnenuntergang einerseits und der Frischfischhändler in 200 Meter Entfernung entschädigten uns.





Wir machten uns auf in Richtung Rimini. Einen Zwischenstopp legten wir in Ravenna ein. Heiße 30 Grad während des Stadtspaziergangs, es war doch einiges los, sie feiern den 700. Todestag des Florentiner Dichters Dante, der in Ravenna starb und begraben liegt.






Beide waren wir ja noch niemals in der Ecke, also an der Adriaküste, und zufällig posteten Silvie und Micha ein Foto von dort. So kam dann ein überraschender Kurzbesuch zum gemeinsamen Abendessen in Igea Marina, etwa acht Kilometer vor Rimini zustande; ein lohnenswerter, vergnügter Abend, der auf ihrer Hotelterrasse mit einem Kaltgetränk endete.

 


Am Donnerstagmorgen, nachdem die Läufersfrau vom Strandspaziergang zurück und das Frühstück beendet war, starteten wir in Richtung San Marino. 


Ui, ui, toller Stellplatz (30 steile) Fußminuten unterhalb der Stadt, mit Ver- und Entsorgung, kostenfrei, welch Überraschung. Und fast nichts los, als wir eintrafen, Platz zum Aussuchen. Natürlich standen wir kaum, als es bereits losging; die Frage, ob wir die (durchaus vorhandene) Gondel nach oben in die Stadt nehmen, war eine rein rhetorische, ich wusste ja die Antwort eh… Die absolut sehenswerte, interessante und bestimmt an manchen Tagen touristisch überlaufene Stadt gefiel uns echt sehr, sehr gut, Natürlich gibt es eine Menge Souvenirläden, und auch Touristen, aber wer hinaufsteigt bis zu den hinteren Türmen (wie wir natürlich), der hat bald nur noch wenige Leute im Bereich. Auch die Preise übrigens waren echt human, wie wir fanden.









Nach einem eher „frischen“ Abend auf 750 Metern und einer sehr ruhigen Nacht versorgten wir das WoMo, dann fuhren wir weiter. Etwa 50 Meter vor dem Hoheitsgebiet Italiens tankten wir voll, immerhin für bald 20 ct/ Liter günstiger…

Von Plänen können wir übrigens nicht mehr reden! Denn mindestens einmal am Tag (mindestens!) verwerfen wir das „Geplante“ und wenden uns woanders hin. Das kommt einerseits daher, dass gerade etliche Menschen aus unserem Umfeld auch in der Toscana sind oder dahin kommen, andererseits daran, dass wir bei vielen Kontakten wirklich gute Tipps erhalten. So erreichten wir nachmittags Arezzo, von dem zuvor nie die Rede war. Und wie klein die Welt ist, erlebten wir etwa zwei Stunden nach unserer Ankunft, denn das sehr nette junge Paar aus Leipzig, welches in San Marino „eine Etage“ unter uns übernachtet hatte, fuhr auf demselben Stellplatz ein…

Sollte ich übrigens jemals im Leben über schlechte Straßenzustände bei uns zuhause geklagt haben, dann leiste ich hiermit Abbitte, nehme alles zurück und behaupte voller Überzeugung: egal wo man bei uns fährt, die Straßen sind extrem breit, wunderbar übersichtlich, toll beschildert und ohne jede Beschädigung, einfach ein Traum zum Autofahren!

Wir hatten noch Kleinigkeiten eingekauft, heute gab es „Gambas satt“, sehr gut.

 

Arezzo, das wir noch vor dem Frühstück besuchten und durchpflügten, und wo wir uns in den ersten eineinhalb Stunden wie die wirklich einzigen Touristen überhaupt fühlten, gefiel uns ganz außerordentlich! Was für eine traumhaft schöne Altstadt!











Wir fuhren zum „Trasimenischen See“ und richteten uns dort nach einigen Überlegungen für eine Nacht ein. Ein großer, guter Stellplatz, mäßig belegt, alles Einheimische. Aber eben am See. Wir schnappten uns zwei Stühle und hockten ans Ufer. Dies wiederholten wir nach einem zwangsläufig kargen Abendessen und beobachteten aus der ersten Reihe einerseits einen mal wieder wunderbaren Sonnenuntergang, andererseits eine fünfköpfige Bisamratten- Familie, die in der Dämmerung ihr „Spiel“ und „ihren Tag“ begann, das war sehr putzig anzusehen.







Dass an einem Sonntag eingekauft werden kann, ist ja in Ordnung, aber dass du einen Parkplatz erst hunderte Meter entfernt und einen Einkaufswagen nur mit Mühe bekommst, dass es zugeht wie ab und dass es an den Kassen lange Staus gibt, das braucht es eigentlich nicht zwingend! War aber so, doch mussten wir einkaufen. Wir erledigten dies auf dem Weg nach Assisi. Genau, da wo der „Heilige Franziskus“ herkommt und natürlich auch begraben ist. Eine wirklich herrlich am Berg gebaute Stadt mit wunderschönen Gebäuden, für mich ein bisschen zu viel Religionskult, für das Wuschele ein bisschen zu viele Touri- Shops, aber insgesamt – man kann das ja mal ausblenden – wirklich sehr sehenswert. Und trotz Sonntag und schönem Wetter hielt es sich doch in Grenzen, natürlich auch, weil wir auch den obersten und hintersten Winkel durchpflügten…







Einziger Nachteil, zumindest für Wohnmobilisten, die nach dem Motto „wir müssen draußen bleiben“ nur weit, weit unterhalb der Stadt parken können, ist die schon lange und sehr steile Wanderung den Berg hinauf, bis man überhaupt erst in der Stadt ist. Wir schrieben zuletzt fast neun Kilometer auf die Guthabenseite, und nur hoch oder runter…

Der Stellplatz dort sagte uns nicht zu, also fuhren wir direkt zurück zum „Trasimenischen See“, wo wir wieder gut unterkamen – die Steaks von der Lammhaxe trugen dazu bei, dass es ein gelungener Abend mit einem wiederum superschönen, etwas anders aussehendem Sonnenuntergang war, am gleichen Platz wie vortags, mit der gleichen Familie der putzigen Tierchen.



Einzig getrübt wurde der Tag, weil sich ein Einheimischer mit seinem WoMo so bescheuert neben uns stellte, dass wir tatsächlich an seinem Geisteszustand zweifelten. Aber gut, verboten ist das so nicht. Trotzdem, Lady Wanderschuh „kotzte“ doch lautstark und in Richtung „Nachbarn“ ab…

 

Perugia gefiel uns nicht, in vielerlei Hinsicht nicht. Also schlugen wir uns kurzerhand wieder aus der Stadt, um einen weiteren Tipp aufzunehmen. Bald danach landeten wir in dem kleinen auf dem Hügel stehenden Städtchen Panicale. Ein wunderbarer Stellplatz mit mehr als dem, was wir bräuchten, erwartete uns, und das tatsächlich wunderschöne, verwinkelte Städtlein erfreute unsere Augen. Natürlich merkt man (anhand der vielen „Zu verkaufen“- Schilder) auch, dass die alten Gemäuer von den Jungen wohl ziemlich verlassen scheinen und hauptsächlich noch alte Menschen hier leben. Und natürlich waren wir dann auch relativ schnell „durch“. Mir war das nicht unrecht, die Sohlenquälerin hatte zügig eine „Comoot“- Tour für sich ausgeklüngelt, wo sie wenigstens noch drei Stunden rund um die Ortschaft wandern konnte. Blieb mir, dies niederzuschreiben und mich auf die abendlichen Spaghetti- Vongole zu freuen, die bereits im Kühlschrank warteten.

 

 

 

Die Vorfreude war zurecht so groß! Eine wunderbare Mahlzeit beendete den Tag und entleß uns mit einem guten Sauvignon Blanc in den Abend. Der war lau, und als schließkich alle Moskitos schlafen gegangen waren, auch sehr friedlich und still; gerade so, wie die Nacht dann wurde.

 

In Cetona, dem nächsten ausgemachten Zielort, gab es ebenso viele schöne Ecken und Plätze, Gärten und Gassen. Vor allem aber kauften wir ein wenig Wein und anderes wie zB Wildschweinsalami in der "Cantina La Frasca", ein Familienbetrieb, wo wir auch noch feines Olivenöl mitnahmen. Natürlich erst, als die Weinprobe und die Pecorino- und Wildschweinsalami- Verkostung zuende war...



 


 



Während ich danach beim WoMo blieb und über das Abendessen nachdachte (das örtliche Ristorante öffneteerst  echt spät am Abend), umwanderte das Wuschele den Ort großräumig...

Weil das ursprünglich angedachte Lokal erste deutlich zu spät für unseren Hunger öffnete, gab es eben Maultaschen, also Ravioli, wie sie hier heißen, mit Spinat und Käsefüllung. Die eine hat es sehr gemocht, anderesagten eher naja...

Wir beschlossen den Abend in einer Bar in Centro bei einem Cola- Zero und einem Glas Montepulciano.

 

Wie es weiter geht, wohin die Reise führt, das werden wir sehen. Und natürlich auf diesem Kanal berichten. Wenn Zeit ist und Netz. Bis dahin wünschen wir allen eine gute Zeit, dass es schönes Wetter bleibt zuhause, den Geburtstagskindern, dass sie einen tollen Tag hatten, allen gute Gesundheit und den Kranken Gute Besserung.

Herzliche Grüße,

 

Wuschele „Ich-glaub-das-einfach-nicht-wie-der-einparkt“

 

                                               &

 

              Tommy „Ich-krieg-noch-eine-Vollmeise-bei-den-Straßen“

 





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